Gehackte Dienste

Bitfinex-Hack: 58 Millionen Euro gestohlen

Es war einer der erfolgreichsten Raubzüge der Geschichte: Hacker haben die Bitcoin-Tauschbörse Bitfinex attackiert und dabei Bitcoins im Gegenwert von 58 Millionen Euro entwendet. Dabei sind nach Angaben der Hongkonger Tauschplattform auch Beträge von Nutzerkonten entwendet worden. Die Betreiber von Bitfinex haben deshalb den Handel ihrer Börse komplett eingestellt und alle Transaktionen gestoppt. Derzeit hoffen Sie noch, dazu in der Lage zu sein, die gestohlenen Bitcoins wieder zurückzuführen.

Bitcoin-Kurs dramatisch eingebrochen
Nach Bekanntwerden des erfolgreichen Hacks ist der Bitcoin-Kurs dramatisch eingebrochen. Er verlor zeitweilig 20 Prozent seines Werts und rutsche im Vergleich mit der Vorwoche von 590 auf 482 Euro. Inzwischen konnte er jedoch einige der Verluste wieder aufholen. Kurzzeitig wurden bei den Anlegern die Erinnerungen an den Winter 2014/15 wach: Damals war die japanische Bitcoin-Börse Mt. Gox erfolgreich gehackt worden. Die Diebe hatten umgerechnet 400 Millionen Euro gestohlen. Es war wohl eine Insidertat. Mt. Gox musste danach Insolvenz anmelden.

Wie konnte der Hack geschehen?
Aber zurück zu Bitfinex. Dort ist jetzt die Frage zu beantworten, wie der erfolgreiche Hack der Bitcoin-Tauschplattform geschehen konnte? Eigentlich gilt die im Jahr 2009 eingeführte Krypto-Währung als überaus sicher. In den ersten Jahren hieß es sogar, sie biete einen absoluten Schutz gegen Diebstähle. Dieses Versprechen kombiniert mit dem Umstand, dass es nur eine begrenzte Menge von Bitcoins gibt, ist der Grund dafür, dass Anleger rund um den Globus die Krypto-Währung für sich entdeckt haben.

Sicher sind die Bitcoins aber nicht in jedem Fall, wie sich gezeigt hat. Wirklich geschützt ist die Krypto-Währung nur im Blockchain-System (im Prinzip ein dezentrales „Kassenbuch“). Die sogenannten Bitcoin-„Wallets“hatten in der Vergangenheit hingegen immer wieder mit Sicherheitslücken zu kämpfen.

Ein Bitcoin-Wallet ist im Prinzip eine digitale Geldbörse, in der die Bitcoins aufbewahrt werden. Sie ist für Transaktionen der Bitcoins notwendig. Die Wallets haben jedoch mit einigen bekannten Sicherheitslücken zu kämpfen. Viele Anbieter setzen beispielsweise auf eine zentrale Validierung: Der Bitcoin-Inhaber muss dabei Dritten vertrauen, was in der Vergangenheit bereits zu Problemen führte. Andere Wallets lassen sich in angreifbaren Umgebungen starten – z.B. auf Computern, die von Malware befallen sind.

Über die Wallets wurden in der Vergangenheit auch wiederholt Attacken gegen die Tauschbörsen geführt. Möglicherweise waren sie auch bei Bitfinex das Problem.

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